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Folgen der Corona-Krise für die Immobilienwirtschaft

Die mediale Berichterstattung ist erfüllt um Meldungen über Infektionszahlen und der Diskussion über eine potentiell richtige Reaktion hierauf. Vor dem Hintergrund sich verschärfender Debatten um die Einschränkung öffentlichen Lebens, treten aber auch immer mehr mögliche Folgen für die deutsche Volkswirtschaft in den Vordergrund. Um einen ersten Beitrag hierzu zu leisten haben die Deutsche Immobilien-Akademie (DIA) und das Center for Real Estate Studies (CRES) am Freitag, den 27.03.2020 eine Internetbefragung erstellt, die über einen Verteiler von rund 6.000 Immobilienunternehmer gestreut wurde. Zum Ende des 30.03.2020 haben bereits 580 Personen ganz oder teilweise die Umfrage abgeschlossen, so dass eine Rücklaufquote von fast 10% erreicht wurde. Die folgenden Umfrageergebnisse sollen bitte unter folgenden Einschränkungen betrachtet werden:

  • Die Lage ist für viele Marktteilnehmer unklar, so dass sich Fakten und Situationen sehr schnell und sogar mehrmals täglich ändern können.
  • Die Umfrage läuft weiter, um auch die Veränderung und Unterschiedlichkeit von Meinungsbildern erfassen zu können.
  • Die Umfrage bzw. darauf beruhende Ergebnisse haben eher indikativen als beweisenden Charakter.

Umsatzrückgang durch Corona

Die Marktteilnehmer rechnen in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern mit erheblichen Einbußen. Es wird vermutet, dass Makler im Jahr 2020 auf durchschnittlich 37% ihres üblichen Umsatzes verzichten müssen. Sachverständige und Nischenfunktionen erfahren Umsatzrückgänge von mehr als einem Fünftel. Am wenigsten scheinen Immobilienverwalter betroffen, denen Umsatzrückgänge von knapp 8% zugeschrieben werden. Die Befragten machten in der Umfrage auch Angaben zur eigenen Tätigkeit. Diese hatte nur minimale Auswirkungen (ungefähr 1%) auf die jeweiligen Antworten. Mit anderen Worten ist das Meinungsbild zu den Rückgängen in der Branche über alle Tätigkeitsbilder sehr konsistent.

Effekte Tätigkeiten Immobilien Corona

Ihre Vermutungen über die Umsatzrückgänge stützen die Befragten vor allem auf die Beeinträchtigungen beim kommunikativen Austausch. So sehen fast 80% der Befragten starke und sehr starke Einschnitte bei Besichtigungsterminen. Noch stärker ist ist die dritte Säule von Links mit über 80% eingeschränkt. Hierbei wurden allgemein notwendige Termindurchführungen abgefragt. Darunter fallen auch besonders die WEG-Versammlungen, die zumindest teilweise nachgeholt werden. Alle nicht persönlichen Angelegenheiten sind deutlich weniger betroffen und lassen, sofern man der Krise überhaupt versucht etwas abzugewinnen, darauf hoffen, dass damit Digitalisierungsinitiativen vorangetrieben werden.

Einschätzung Dauer der Corona Krise

Erwartungsgemäß sind sich die Befragten sehr uneinig, wie lange die aktuellen Beschränkungen halten werden. Während viele sich an den medialen Aussagen orientieren und eine Zeit um Ostern und kurz danach angeben, erreicht der Median 8 Wochen ab dem vergangenen Wochenende. Die Hälfte der Befragten geht also davon aus, dass die Einschränkungen bis Ende Mai fortbestehen werden. 75% der Befragten rechnet mit Einschränkungen, die höchstens das Ende des Juni erreichen. Die obersten 10% gehen sogar über die Sommermonate hinaus, während die obersten 1% der Antworten sich gar eine Krisendauer von einem Jahr vorstellen können.

Einschätzung Dauer Folgen Corona

Noch schwieriger sind wahrscheinlich die Folgen der Corona-Krise (nicht allein für die Immobilienwirtschaft) abzusehen. Denn hier überschreiten manche Befürchtungen nicht nur die Jahresgrenze (immerhin 25% der Befragten), sondern gar die 2-Jahres-Grenze (10% der Befragten). Im Mittel gehen jedoch die Teilnehmer davon aus, dass ein halbes Jahr nach der Krise noch Belastungen in der Wirtschaft zu spüren sind. Vereinzelt wurden auch Meinungen abgegeben, die daraus hinweisen, dass gewisse Geschäftstätigkeiten bei einem schnellen Ende in diesem Jahr noch aufgeholt werden können.

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