Corona und der Wohnimmobilienmarkt - Langzeiteffekt

Während an manchen Stellen schon das Ende der Büroimmobilien diskutiert wird, scheinen Wohnimmobilien wenig durch die Corona-Pandemie beeinflusst zu sein. Bereits in den beiden vorangegangen Studien wurden erste Effekte auf Kauf- und Mietwohnungen untersucht. So zeigte sich zu Beginn der ersten Einschränkungen, dass Makler sehr starke Beeinträchtigungen bei lokalen und persönlichen Terminen sehen und infolgedessen ergab sich ein Rückgang der inserierten Mietwohnungen. Gleichzeitig vermeldete aber Immoscout 24 Rekordklickzahlen auf deren Homepage. Die Anzahl der Kaufinserarte schien in jener Zeit unbeeindruckt. Die folgenden Ausführungen zeigen zur Veranschaulichung der Entwicklung wöchentliche Durchschnittswerte für die Anzahl neu hinzugekommener Inserate für Kauf- und Mietwohnungen sowie deren durchschnittliche Preisentwicklung.

Wohnimmobilien zum Kauf

In den Top7-Städten zuzüglich Freiburg zeigen sich bei Wohnimmobilien zum Kauf nur wenige Effekte seit den ersten Einschränkungen in der Corona-Pandemie. Wurden beispielsweise in einer Berliner Durchschnittswoche täglich rund 140 Objekte in einer Plattform gelistet, reduzierte sich diese Zahl zwar bis Mitte April auf rund 100 pro Tag, steigerte sich jedoch schnell wieder und lag Mitte Mai wieder auf deren ehemaligen Werten. Mittlerweile hat die Zahl der rollierenden Tagesdurchschnitte sogar über die alten Werte hinaus zugenommen. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in den anderen beiden Metropolen Hamburg und München auf geringerem Niveau. Alle anderen Märkte zeigen die üblichen wöchentlichen Schwankungen bzw. wenig Anzeichen auf einen nachhaltigen Einbruch.

Kaufinserate für Wohnimmobilien in der Corona-Pandemie

Die Entwicklung der Angebotszahlen spiegelt sich nahezu in den Angebotspreisen. Wohnimmobilien zum Kauf erreichten im Quadratmeterkaufpreis keine nennenswerten Einbrüche. Im Gegenteil liegen die Kaufpreise über deren Werten zu Jahresbeginn mit sichtbaren Steigerungen innerhalb der letzten beiden Wochen. Bemerkenswert dürfte aber die Entwicklung in Frankfurt sein. Als klassischer Bürostandort könnten sich hier Spill-over-Effekte der Erwartungen des Office-Marktes zeigen. Denn bei geringeren Erwartungen hinsichtlich der Büronachfrage könnten sich infolgedessen auch geringere Wohnungspreise ergeben.

Angebots-Kaufpreise Wohnimmobilien in der Corona-Pandemie

Wohnimmobilien zur Miete

Der Mietmarkt scheint, zumindest in den Inseratszahlen eindeutiger von Corona betroffen. Besonders die Zahlen in Berlin weisen auf einen deutlichen Einbruch der Inserate hin. Hier muss jedoch auch betrachtet werden, dass diese bereits vor der Pandemie sehr starken Schwankungen unterworfen waren, worin sich vielleicht die Diskussion um den Mietendeckel zeigen könnte. In den meisten anderen Top7-Städten reduzierten sich die Angebotszahlen über den März leicht und zeigen seit Mitte April wieder Erholungstendenzen. Leipzig stellt hier eine Ausnahme dar, wo sich das Angebot um ein Drittel reduziert. Mit gewissen Schwankungen und er Ausnahme Berlin haben sich die Zahlen mittlerweile wieder auf die Jahresanfangswerte eingependelt.

Inserate Wohnimmobilien in der Corona-Pandemie

Die Miethöhe selbst scheint völlig unbeeindruckt von der Pandemie. Alle zeitlichen Verläufe in den Top7-Städten und Freiburg zeigen schwankende, aber im Trend gleichbleibende bis gar steigende Miethöhen an.

Mietentwicklung Wohnimmobilien in der Corona-Pandemie

Alle Zahlen stammen von öffentlich zugänglichen Informationsquellen und beziehen sich auf Angebote in Portalen und lokalen Printmedien. Sie wurden von IMV Marktdaten GmbH ermittelt und durch das Center for Real Estate Studies weiterverarbeitet. Vor Auswertungen und Darstellungen wurden Ausreißer korrigiert.

 

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